Säure-Basen-Haushalt

Ein sehr wichtiges Regulationssystem für die Gesundheit unseres Körpers ist der sogenannte Säure-Basen-Haushalt. Beim Säure-Basen-Haushalt handelt es sich nicht um irgendeinen neuen Trend. Bereits im 17. Jahrhundert formulierte Francis de la Boé Silvius das Säure-Basen-Gleichgewicht. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte der Ernährungsforscher Ragnar Berg, dass Lebensmittel basisch oder säurebildend wirken und fand heraus, dass bei säureüberschüssiger Ernährung die Schlackenbildung am größten und bei basischer Ernährung am geringsten ist - der Begriff Schlacken stammt aus der Naturheilkunde und meint damit "Abfallprodukte", die im Körper nicht ausgeschieden werden können, wenn z. B. die Ausleitungsorgane überlastet sind - dazu später mehr. Daraufhin erstellte er im Jahr 1913 die erste Liste mit basischen und säurebildenden Lebensmitteln.

Doch warum brauchen wir überhaupt Basen? Wofür sind diese gut? Und sind alle Säuren schlecht und ungesund? Was genau passiert in unserem Körper, wenn wir uns säureüberschüssig ernähren? Spielt ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt wirklich eine so wichtige Rolle? Die Antwort lautet eindeutig: JA!


In der Naturheilkunde ist es bekannt, dass keine einzige Erkrankung nicht einer Übersäuerung des Organismus zugrunde liegt und der Säure-Basen-Haushalt die Basisfunktion des gesamten Organismus ist.


Wenn wir von Basen sprechen sind damit Mineralstoffe, wie z.B. Kalium, Eisen, Calcium, Magnesium und Natrium gemeint, die Basen bilden. Man bezeichnet diese Stoffe daher auch als basische oder basenbildende Mineralstoffe. Zu den säurebildenden Mineralstoffen gehören z.B. Jod, Schwefel, Chlorid und Fluorid. In der Natur finden sich wesentlich mehr basische Mineralstoffe, als die säurebildenden. Säuren und Basen sind einander ausgleichende Kräfte. Eine Kraft bedingt die andere. Im menschlichen Organismus sollte das gesunde Verhältnis des Säure-Basen-Haushaltes 2:8 betragen. Einfach gesagt: 80 % unserer Ernährung sollte basenüberschüssig sein und 20 % säurebildend. Denn um zwei Säuren im Körper auszugleichen bzw. zu neutralisieren - auch dazu später mehr - werden acht Basen benötigt.

Darüber hinaus ist unser Körper selbst in der Lage, Basen und Säuren zu produzieren. Eine ganz bekannte Säure ist die Magensäure. Doch im Magen wird nicht nur Säure produziert, sondern zeitgleich auch immer eine sehr starke Base, das Natriumhydrogencarbonat. Diese - von den Magenzellen selbst gebildete - Base dient der Magenschleimhaut zum einen als Schutz vor sehr stark ätzenden Magensäure und zum anderen wird die Base Natriumhydrogencarbonat an das Blut abgegeben und überall dorthin transportiert, wo die Base gerade benötigt wird. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn wir gerade etwas (viel) übersäuert sind. Doch wo werden Basen im Körper überhaupt benötigt? Und was bedeutet eigentlich Übersäuerung?

Hierfür muss ich etwas in die Thematik der Chemie einsteigen. Basen und Säuren können anhand eines bestimmten Wertes gemessen werden - dem pH-Wert. Dieser Wert steht für den lateinischen Begriff “potentia Hydrogenii” und bedeutet soviel wie “die Kraft des Wasserstoffs”. Dieser Wert sagt aus, ob eine Flüssigkeit sauer oder basisch ist. Hierfür gibt es eine pH-Wert-Skala, welche von 0 bis 14 reicht. Die Mitte (pH 7) steht für “neutral” - alles unter pH 7 bedeutet sauer und alle Werte über pH 7 bedeuten basisch. Die Magensäure z.B. hat einen pH-Wert von 1 bis maximal 3 und ist somit eine sehr starke Säure. Seife beispielsweise weist einen pH-Wert von etwa 10 auf und ist somit eine starke basische Lösung.

Unsere Organe und Körperflüssigkeiten benötigen alle einen ganz bestimmten pH-Wert, um gesund und leistungsfähig zu sein. Die meisten Organe und Körperflüssigkeiten benötigen ein basisches Milieu, so dass es nahe liegt, dass unser Körper mehr Basen als Säuren benötigt. Beispiele für basische Organe und Flüssigkeiten sind der Speichel, das Sperma, das Blut, das Bindegewebe, der Dünndarm, die Bauchspeicheldrüse und die Gehirnflüssigkeit. Doch auch ein säurehaltiges Milieu wird im Körper benötigt, damit dieser gesund bleibt, wie z.B. die bereits erwähnte Magensäure im Magen, aber auch die Milchsäure im Dickdarm und in der Scheide. Diese Säuren nennt man auch “gute Säuren”, da sie zum gesunden Gleichgewicht beitragen. Und genau darin besteht die Aufgabe des Säure-Basen-Haushalts: alle Säuren und Basen in der richtigen Balance zu halten und überschüssige Säuren zu neutralisieren, um den Organismus gesund und leistungsfähig zu halten.

Wir erinnern uns an das gesunde Gleichgewicht der Säuren zu den Basen von 20:80. Natürlich wäre ein Überschuss an Basen genauso so ungesund und krankmachend, wie der Säureüberschuss. Da ein Basenüberschuss jedoch so gut wie nie vorkommt, wird in der Praxis nur von einer Übersäuerung gesprochen. Eine Übersäuerung im Körper liegt vor, wenn sich der pH-Wert - welcher sehr gut im Urin gemessen werden kann - in den sauren Bereich (weniger als pH 7) verändert.

Wichtig ist an der Stelle zu erwähnen, dass es in der Schulmedizin den Begriff der Übersäuerung so nicht gibt, bzw. wird hier von einer Übersäuerung gesprochen, ist damit die Veränderung des pH-Wertes des Blutes gemeint - einer sogenannten Azidose. Und diese kann im extremsten Fall zum Tod führen. Hier geht es jedoch um die Übersäuerung der Organe, des Gewebes und der Körperflüssigkeiten. Und diese Übersäuerung hat einen entscheidenden Einfluss auf unsere körperliche und auch psychische Gesundheit.

Unsere allgemeine Lebens- und Ernährungsweise hat sich in den letzten 50 Jahren drastisch verändert. Sie ist säureüberschüssiger denn je. Unsere Ernährung besteht heutzutage zum überwiegenden Teil aus Fast Food, Fertigprodukten, viel zu vielen Teig- und Backwaren und einer übergroßen Menge an Zucker, zuckerhaltigen Getränken und massenweise Wurst- und Fleischprodukten. Hinzu kommen täglicher (meist chronischer) Stress, negative Gedanken, Sorgen und Ängste. All diese Umstände führen dazu, dass unser Körper übermäßig viele Säuren bilden muss, um diese Lebensmittel und Emotionen verdauen und verarbeiten zu können.

Beispielsweise entsteht beim Zellstoffwechsel Kohlensäure. Beim Eiweißstoffwechsel (insbesondere Schweinefleisch) entstehen Phosphor- und Schwefelsäure. Beim Zellzerfall entsteht Harnsäure. Bei Weißmehlprodukten und Zuckerspeisen entsteht Essigsäure. In Stresssituationen entsteht Salzsäure. Hierbei handelt es sich um “schlechte Säuren” und sollten naturgemäß nur in geringen Mengen im Körper produziert werden.

Die schlechten Säuren müssen von den Basen neutralisiert und von den verschiedensten Organen ausgeschieden bzw. ausgeleitet werden, da sie im Organismus ansonsten großen Schaden anrichten und uns - im Übermaß - unsere Vitalität und Schönheit rauben und uns langfristig (chronisch) krank machen.

Nehmen wir also langfristig mehr säurebildende Lebensmittel zu uns und leben eine, wie oben beschriebene ungesunde Lebensweise, welche unseren Körper dazu zwingt, ständig und ununterbrochen “schlechte” Säuren zu produzieren, steigt der benötigte Anteil an Basen um ein Vielfaches. Stehen dem Organismus jedoch nicht ausreichend Basen zur Verfügung, greift er zu einer überlebenswichtigen Maßnahme: er bedient sich selbst an seinem eigenen “Basenvorrat”, um die Säuren weiterhin so gut es nur geht neutralisieren zu können. Denn würde das Blut beispielsweise nur minimal von seinem gewöhnlichen pH-Wert von 7,365 abweichen, wäre das für den menschlichen Organismus lebensgefährlich. Also unternimmt dieser alles in seiner Macht stehende, um genau das zu vermeiden.

Unser Körper verfügt über eine Menge dieser sogenannten Basenvorräte, wie beispielsweise das Calcium in den Knochen, basische Mineralstoffe im Haarboden oder dem Bindegewebe. Diese Vorräte sind in der Regel die erste Anlaufstelle. Daher sind typische Anzeichen einer Übersäuerung: Osteoporose, Cellulite und Haarausfall. Die Liste der Symptome einer Übersäuerung sind jedoch im Grunde seitenlang. Weitere Beispiele sind:

  • Neurodermitis, Hautentzündungen
  • Depressionen
  • Kopfschmerzen
  • Übergewicht
  • Verdauungsstörungen
  • Bindegewebsschwäche
  • Bluthochdruck
  • Erschöpfung, Leistungsabfall
  • rheumatische Erkrankungen
  • Hautprobleme 
  • und viele mehr….

Hält die säureüberschüssige Lebens- und Ernährungsweise weiterhin an, sind irgendwann auch die Ausscheidungs- bzw. Ausleitungsorgane mit ihrer Arbeit völlig überlastet. Zu den Ausleitungsorganen zählen unter anderem die Nieren, die Lungen, die Leber, die Haut und der Darm. Die neutralisierten Säuren, welche auch als “Neutralsalze” bezeichnet werden, werden nun im Körper gelagert und zwar dort, wo sich zuvor die wertvollen Basen befanden. Die Folge ist, dass unser Körper immer weiter übersäuert und wir immer kränker werden.


Daher ist eine basenüberschüssige Ernährung ausgesprochen wichtig.

Nur durch eine ausgewogene, gesunde Ernährungs- und auch Lebensweise ist es möglich, langfristig gesund und munter zu bleiben.


Denn wir erinnern uns: unsere Knochen bestehen zu einem Großteil aus basischen Mineralstoffen und benötigen dafür ausreichend basische Nahrungsmittel, um stark und gesund zu bleiben. Unsere Haut ist mit 2 m² das größte Ausleitungsorgan und scheidet Schad- und Giftstoffe durch Schwitzen aus. Je weniger die Haut - dank gesunder basenüberschüssiger Ernährung - ausscheiden muss, um so gesünder, glatter und jünger sieht sie aus. Cellulite und entzündete Haut sind bei einer basenüberschüssigen Ernährungsweise so gut wie gar nicht vorhanden. Wie bereits erwähnt, benötigt unser Haarboden ebenfalls große Mengen an Basen, um Haarausfall und vorzeitiges Ergrauen vorzubeugen. Falls nicht genetisch bedingt, wachsen Haare wieder, wenn die Basenvorräte im Haarboden konsequent aufgefüllt werden. Wussten Sie, dass die eigentliche Ursache von Karies in einer Übersäuerung begründet liegt? In den Zähnen befinden sich ebenfalls wertvolle Basendepots - sind diese ausreichend vorhanden und die Ernährungsweise überwiegend basenüberschüssig, stellen Karies und Parodontitis keine Gefahr dar.

Basische Ernährung ist selbstverständlich besonders hilfreich und essentiell, wenn wir unser Idealgewicht erreichen möchten. Die tägliche Basenzufuhr macht sich schnell an Bauch, Oberschenkeln, Po und Gesicht bemerkbar. Basen entschlacken das Bindegewebe und straffen dieses. Ein ebenfalls sehr wichtiger Aspekt sollten sich die Frauen unter uns ans Herz legen: je gesünder und basenreicher unserer Ernährung ist, umso weniger stark und lange bluten wir während unserer Menstruation. Denn auch die monatliche Periode wird vom Organismus zum Ausscheiden von Säuren bzw. Neutralsalzen genutzt. Das gleiche gilt für die Wechseljahre. Die unangenehmen Symptome, wie z.B. Depressionen, Hitzewallungen, Reizbarkeit, Schlafstörungen, etc. lassen sich durch eine optimale basische Ernährung hervorragend und deutlich minimieren. 

Die Grundlage einer basischen Ernährung bilden alle Mineralstoff- und Vitaminquellen, bevorzugt frisches (grünes) regionales bio Gemüse, Salate, Obst und Nüsse. Ergänzend empfiehlt sich die Aufnahme von Mineralstoffen in Form von hochwertigen Nahrungsergänzungsmittel

Eine Liste basischer und säurebildender Lebensmittel finden Sie hier.

Möchten Sie herausfinden, ob Ihr Organismus bereits übersäuert ist oder sind Ihre Symptome bereits so eindeutig und Sie möchten wissen, wie Sie Ihre Vitalität, eine gesunde Haut, gesundes Haar und ganzheitliches Wohlfühlen wiedererlangen können, schreiben Sie mir gerne eine Nachricht. Die wichtigste Maßnahme bei einer Übersäuerung ist die Entsäuerung und anschließende langfristige Ernährungsumstellung.

Die Entsäuerung wird über einen Zeitraum von mehreren Wochen bequem von zu Hause aus durchgeführt. Sollten bei Ihnen Krankheiten oder extremes Übergewicht bereits vorhanden sein, empfehle ich dringend eine professionelle Entsäuerung unter fachmännischer Aufsicht. Sprechen Sie mich hierzu gerne an. Ich begleite Sie kompetent und professionell. Grundsätzlich empfehle ich eine alleinige Durchführung allenfalls bei gesunden Menschen, als reine Präventivmaßnahme.


Kommentare: 0